Es war früher Vormittag, als Herr Baumgartner mit seinem Fahrrad vor dem Dorfladen „Schauts-eina“ anhielt. In den Satteltaschen steckten leere Einweckgläser – der Holunder im Garten war reif, und er hatte große Pläne.

Drinnen war es angenehm kühl. Der vertraute Geruch nach frischem Brot begrüßte ihn, und von der hinteren Ecke winkte ihm Frau Schwarz vom Käsetresen freundlich zu.

Er kramte in seiner Jackentasche – keine Liste. Auch nicht in der anderen. „Na wunderbar“, murmelte er. „Ohne Liste geht alles schief.“

„Brauchens Hilfe, Herr Baumgartner?“ fragte Erika, die Verkäuferin, die heute im Laden Dienst hatte.

„Wenn Sie wissen, was meine Frau fürs Einkochen braucht – dann bitte ja“, lachte er.

Gemeinsam gingen sie durch die schmalen, gut sortierten Regalreihen. Zucker, Zitronensäure, Einmachgummi  – Erika wusste genau, wo alles stand. Und beim Verlassen des Ladens steckte sie ihm noch ein Rezept für Holunder zu.

„Probieren Sie’s aus – das mögen sogar unsere Kinder“, sagte sie augenzwinkernd.

Am Nachmittag kam Herr Baumgartner zurück. Mit einem Glas noch warmem Gelee. „Fürs Team von ‚Schauts-eina‘. Ohne Euch wär das nix geworden.“