Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee zog wie ein unsichtbarer Faden durch das kleine Café und lockte selbst die hartnäckigsten Langschläfer aus ihren Betten. Im „KaffeeZeit – Das Dorfcafé“ in Gleiritsch war Sonntagmorgen – und das bedeutete: Frühstücksbuffet – liebevoll vorbereitet für alle Gäste, die sich rechtzeitig ihren Platz gesichert hatten.
Drinnen herrschte gemütliche Betriebsamkeit. Die reservierten Tische waren einladend gedeckt, und leises, zufriedenes Murmeln erfüllte den Raum. Eine junge Frau griff nach einem Croissant, das sich jedoch hartnäckig gegen seine Entnahme wehrte und beinahe eine kleine Lawine aus Gebäck auslöste. Ein kurzes Lachen ging durch das Café.
„Die Croissants sind heute besonders anhänglich“, bemerkte die Bedienung mit einem Augenzwinkern, während sie frischen Kaffee servierte.
Am Fenster saß ein älteres Ehepaar. Mit geübter Präzision teilten sie sich ihr Frühstücksei – nicht aus Sparsamkeit, sondern aus liebevoller Tradition. „Du bekommst wie immer die schönere Hälfte“, sagte die Frau, obwohl beide genau wussten, dass es zwei vollkommen gleiche Hälften waren.
In der Mitte des Raumes hatte sich eine kleine Gruppe Radfahrer niedergelassen. Ihre Helme lagen ordentlich gestapelt neben dem Tisch, während sie sich mit bemerkenswerter Hingabe dem Rührei widmeten. „Man muss die Energie ja gut einteilen“, erklärte einer von ihnen schmunzelnd.
Und irgendwo zwischen Kaffeeduft, frischen Brötchen und dem leisen Klirren von Geschirr entstand dieses besondere Gefühl, das nur ein Sonntagmorgen mit sich bringt: entspannt, herzlich – und mit ausreichend Marmelade für alle.
Herr Huber, Stammgast seit „gefühlt der Erfindung des Brötchens“, lehnte sich zufrieden zurück, betrachtete seinen reich gefüllten Teller und lächelte.
„Heute wieder eine ausgezeichnete Entscheidung“, murmelte er – und meinte damit sowohl seine Reservierung als auch die Wahl zwischen Honig und Erdbeermarmelade.
Und das Café schien ihm leise zuzustimmen.