Im Dorfladen „Schauts-eina“ war es an diesem Dienstagvormittag ungewöhnlich belebt. Nicht, weil etwas Besonderes im Dorf passiert wäre – sondern weil sich hartnäckig das Gerücht hielt, Erika würde heute wieder „den guten Käse anschneiden“.

Herr Winter, der eigentlich nur „kurz Semmeln holen“ wollte, stand schon seit zehn Minuten vor der Käsetheke. Mit wichtiger Miene studierte er die Schilder, obwohl er genau wusste, was er suchte. 

„Grüß Gott, Erika“, begann er betont beiläufig. „Hast du denn… äh… zufällig noch etwas von diesem Biokäse da – Du weißt schon, von der Biokäserei Wohlfahrt aus Edelsfeld?“

Erika lächelte. „Aber selbstverständlich. Der ist doch fest im Sortiment. Ohne den würde mir hier vermutlich der Laden gestürmt.“

In diesem Moment trat Frau Korn ein. „Wenn Du mir wieder den letzten Käse vor der Nase wegkaufst, lieber Herr Winter, dann gibt es Ärger“, sagte sie scherzhaft, während sie ihren Einkaufskorb abstellte. 

„Ich? Ich sichere nur die Grundversorgung“, verteidigte er sich. „Man weiß ja nie, wann der Nachschub kommt.“

Erika schüttelte lachend den Kopf und öffnete die Käsetheke. Der Duft des Biokäses verbreitete sich sofort im Laden – würzig, aber nicht aufdringlich, genau richtig, um den Appetit anzuregen. 

„Also“, sagte sie, „wir haben heute wieder mehrere Sorten von der Biokäserei Wohlfahrt aus Edelsfeld. Den cremigen Camenbert, der auf der Zunge schmilzt, den kräftigeren Bergkäse für alle, die es etwas würziger mögen, und den milden Schnittkäse, der selbst Käsemuffel überzeugt.“ 

„Dann gib mir bitte von jedem etwas“, meinte Frau Korn entschlossen. „Mein Mann sagt immer, er sei kein Käsetyp. Komischerweise ist aber die Käseplatte immer als erstes leer.“

Hinter ihr stand inzwischen auch der junge Herr Franz, der sonst eher zu Tiefkühlpizza griff. „Ich hätte auch gerne was von dem Biokäse“, murmelte er. „Meine Freundin meint, ich solle mal was ‚Richtiges‘ einkaufen.“ 

„Dann bist du hier genau richtig“, entgegnete Erika. „Der Käse von der Biokäserei Wohlfahrt aus Edelsfeld kommt ohne unnötigen Schnickschnack aus. Bio, regional, handwerklich gemacht – und vor allem: Er schmeckt.“

Sie schnitt kleine Probierstückchen ab und reichte sie über die Theke. Herr Winter kostete zuerst vorsichtig, dann mit deutlich mehr Begeisterung. 

„Also… wenn ich so einkaufe, muss ich daheim kein schlechtes Gewissen mehr haben, oder?“, fragte er. 

„Im Gegenteil“, meinte Erika. „Du kannst sogar stolz behaupten, du hättest bewusst eingekauft. Und falls jemand fragt, woher der gute Käse ist, sagst einfach: vom Schauts-eina, der mit dem Biokäse von der Bio-Käserei Wohlfahrt aus Edelsfeld.“

Während sie die Bestellungen einpackte, bildete sich eine kleine Schlange an der Käsetheke. Einige Kunden waren nur neugierig geworden, andere hatten bereits von Nachbarn gehört: „Probier den Käse, du bereust es nicht.“

So kam es, dass an diesem ganz gewöhnlichen Dienstag der Käse im „Schauts-eina“ zur heimlichen Hauptattraktion wurde. Viele Kunden verließen den Laden mit einem zufriedenen Lächeln – und einem Päckchen Biokäse im Korb.

Und Erika dachte sich, nicht ohne Stolz: Manchmal braucht es keine große Werbung. Man braucht nur guten Biokäse von der Bio-Käserei Wohlfahrt aus Edelsfeld – und einen Dorfladen, in dem man sich traut zu sagen: „Schauts eina, probiert’s a mal.“