Ein kühler Novemberwind weht durch die Straßen von Gleiritsch, als sich früh am Morgen die ersten Dorfbewohner auf den Weg zum „Schauts-eina“ machen.

Hinter der Ladentheke steht Erika. Schon von draußen kann man den vertrauten Duft von frischem Kesselfleisch und würzigen Blut- und Leberwürsten riechen – geliefert von der Metzgerei Gillitzer, wie jeden Dienstag.

„Die Vorbestellungen san fertig!“, ruft Erika mit einem freundlichen Lächeln. Ein Kunde nach dem anderen kommt herein, um die bestellten Köstlichkeiten abzuholen. Es ist ein kleiner, aber feiner Wochenhöhepunkt – ein Stück gelebte Tradition.

Mancher bleibt nach dem Abholen noch ein wenig zum Ratschen, und fast jeder nimmt beim Hinausgehen noch eine Portion offenes Sauerkraut mit. Dieses steht täglich frisch bereit.

„Des Sauerkraut passt perfekt dazu,“ meint Erika, während sie mit geübtem Griff die Portion sorgfältig abwiegt.

Draußen zieht der Nebel über die Felder, doch drinnen ist es warm und einladend. Im „Schauts-eina“ riecht es nach Heimat – und nach den guten Dingen, die den November ein Stück schöner machen.